Grundinstandsetzung der Regen-, Misch- und Schmutzwasserkanalisation

Marinestützpunkt und Marinearsenal Wilhelmshaven

Marinearsenal Wilhelmshaven

Sanierung eines Regen-, Misch- und Schmutzwasserkanalnetzes mit einer Länge von rd. 40 km in geschlossener und offener Bauweise auf einer seit über 150 Jahren militärisch genutzten Liegenschaft. Im Zuge des Kanalneubaus erfolgte eine Netztrennung im Bereich des Mischwassernetzes.

Sanierung in offener Bauweise

Erneuerung Schmutz- und Regenwasserkanal in offener Bauweise unter sehr schweren örtlichen Bedingungen: schwierigste Baugrundverhältnisse (Bodenklasse 5/6, Klei und Torf, sehr hoher Bauschuttanteil, z.T. unterirdische Hohlräume), Lage der Kanäle zum Teil im Kajenbereich mit massiven Betonhindernissen, Erstellung neuer Einläufe in das Hafenbecken einschl. Schaffung von unterirdischen Regenrückhalteräumen (Netztrennung), mehrfach Querung von Gleisanlagen, unterschiedlichste Rohrmaterialien im Bestand. Durchgehende Aufrechterhaltung des Arsenalbetriebes. Neubau von Pumpwerken und Dükern.

Sanierung in offener Bauweise

Grabenlose Sanierung von Haltungen, Anschlussleitungen und Schächten unter der Anwendung folgender Sanierungsverfahren:

  • Schlauchrelining mittels Nadelfilz- und Glasfaserliner
  • Schlauchrelining Eiprofil DN 933/1400 (gemauerter Kanal)
  • Stutzen-/ Abzweigsanierung mittels Verpresstechnik und Hutprofilen
  • Reparaturverfahren (GFK-Kurzliner, Edelstahlmannschetten, Verpressverfahren)
  • umfangreiche Fräsarbeiten
  • diverse Schachtsanierungsmaßnahmen Schachtbeschichtungen, Erneuerung Gerinne, Abdichtung von Schächten etc.)

In Teilbereichen wurden kontaminierte Böden (PAKs, Teeröle, Kohlenwasserstoffbelastungen) aufgefunden. Die Durchführung der Arbeiten erfolgte gemäß dem Leitfaden Arbeitssicherheit der Arbeitshilfen Boden- und Grundwasserschutz des Bundes einschließlich der Einrichtung eines Schwarz-Weiß-Bereiches. Grundsätzlich wird sämtlicher Bodenaushub zur Einstufung in die Einbauklasse nach LAGA analysiert und die weitere Verwertung festgelegt.

Im Rahmen eines Wirtschaftvergleiches gemäß LAWA Richtlinien wurden die Aufbereitung und die Entsorgung der anfallenden Abwässer (Grundwasserabsenkung, Spülwasser etc.) im Bereich der Kontaminationsflächen verglichen. Als Ergebnis des Wirtschaftlichkeitsvergleiches wurden die Abwässer abgefahren und entsorgt.


Marinestützpunkt Heppenser Groden Wilhelmshaven

Sanierung eines Regen- und Schmutzwasserkanalnetzes mit einer Länge von 70km in geschlossener und offener Bauweise auf einer seit über 50 Jahren militärisch genutzten Liegenschaft. Änderung des Leistungsumfanges im Laufe der Maßnahme aufgrund umfangreicher Erweiterungen der Liegenschaft (Westerweiterung, Stationierung Fregatte 125 u.a.). Neubewertung der Einstufung der Liegenschaft hinsichtlich Kampfmittelverdachtsflächen nach Baubeginn. Dadurch fortlaufende Anpassung der Planung und Bauausführung.

Ausführung der Arbeiten z.T. im Deich- (Deichschutzzone), Schleusen- und Kajenbereich. Erschwerte Arbeiten im Kajenbereich durch undichte Spundwände (Ausspülung von Erdmaterial). Arbeiten in sensiblen Bereichen (Biotop gem. §28a, Nds. Naturschutzgesetz). Durchgehende Aufrechterhaltung des Stützpunktbetriebs. Aufwendige Koordination der Maßnahmen mit Belangen des Schiffbetriebes und zahlreichen, parallel laufenden Baumaßnahmen (Fernwärme, Kabelschutzrohrsystem, Hochbaumaßnahmen, etc.)

Sanierung in offener Bauweise

Grabenlose Sanierung von Haltungen, Anschlussleitungen und Schächten unter der Anwendung folgender Sanierungsverfahren:

  • Schlauchrelining in den Nennweiten DN 150 bis DN 700 mittels Glasfaserlinern (UV-Härtung)
  • grabenlose Sanierung von Großprofilen bis DN 1200
  • Stutzen-/ Abzweigsanierung mittels Verpresstechnik und Hutprofilen
  • Einsatz von Reparaturverfahren (Edelstahlmannschetten, Verpressverfahren, GFK-Kurzliner)
  • umfangreiche Fräsarbeiten
  • diverse Schachtsanierungsmaßnahmen (Schachtbeschichtungen, Erneuerung Gerinne, Abdichtung von Schächten etc.)

Die gesamte Liegenschaft ist als Kampfmittel- und Kontaminationsverdachtsfläche eingestuft. Aufgrund vielfacher Kampfmittelfunde muss sämtlicher Bodenaushub auf der Liegenschaft verbleiben. Für sämtliche Erdaushubarbeiten erfolgt eine sicherheitstechnische Begleitung, es dürfen ausschließlich Baugeräte mit besonderer Schutzausrüstung (Panzerglas) zum Einsatz kommen. Während der Aushubarbeiten darf sich kein Personal in der Baugrube und den Gräben aufhalten.

Der Bodenaushub ist maschinell zu separieren (Siebung) und darf nur nach Kampfmittelfreigabe wieder eingebaut und verdichtet werden. Für die Siebung des Aushubmaterials wurde im Bereich der Liegenschaft ein Bodenlager mit einer Siebanlage eingerichtet. Für Betrieb des Bodenlagers und die Organisation der Maßnahmen erfolgt ein umfangreiches Bodenmanagement.